Stolperstein-Verlegung für die Familie Lansburgh in Berlin am 15.10.2022 um 11:00 Uhr

Am Samstag, den 15.10.2022, um 11:00 Uhr werden für die Familie Lansburgh (Alfred, Frida, Gerda und Werner) vor der Landshuter Straße 15 (Bayrisches Viertel) in Berlin Stolpersteine in Erinnerung an ihre Verfolgung, Enteignung und Entrechtung durch das nationalsozialistische Deutschland gesetzt. 

Die Verlegung ist öffentlich. Aus organisatorischen Gründen würde ich mich aber freuen, wenn Sie mir Ihre Teilnahme an der Veranstaltung vorab per Mail mitteilen würden: jan(at)greitens.net

Auch eine finanzielle Beteiligung an den Kosten der Stolpersteine ist nach Rücksprache möglich.

Englischsprachige Übersetzungen von Lansburghs „Vom Gelde“

Zwar gab es schon in den 1920er Jahren Übersetzzungen von Lansburghs „Briefen“ ins Norwegische, Polnische, Schwedische, Japanische und Niederländische, aber keine Übersetzung ins Englische. Und nun sind gleich drei Übersetzungen in kurzer Folge erschienen:

Zunächst eine Übersetzung der Briefe „Vom Gelde“ durch Stefan Stein unter dem Titel „How money works: How the monetary system works, and how it affects individuals and societies” im Jahr 2021:

 https://www.amazon.de/How-money-works-individuals-societies/dp/B0948LNQ87/

Dann eine Übersetzung der Sammlung „Wesen vom Gelde“ (Vom Gelde, Valuta und Die Notenbank) durch Michael Anton Fischer später im Jahr 2021. Der Übersetzer ist dem Originaltitel treu geblieben und hat seine Übersetzung „The Essence of Money“ genannt: 

https://www.amazon.de/Essence-Money-Argentarius-director-Bankdirektor/dp/B09MYRBCTB/

Herr Fischer hat zudem seine Übersetzung eingelesen und auf youtube veröffentlicht:

https://www.youtube.com/watch?v=Uob2uZ9Gwnw&list=PLVZRLKd2ivu35GP6kL_Px23YI_BsBHhzz

Ich freue mich, dass er dem Buch zudem meine auf dieser Internetseite veröffentlichte Kurzbiographie beigefügt hat. 

Die dritte Übersetzung stammt von Maik Enders und umfasst „Vom Gelde, „Valuta“ und „Währungsnot, Bilder aus einem geldkranken Lande“ und ist 2022 erschienen. Enders wählt dafür den Titel „The Money Revelation“: 

https://www.amazon.de/Money-Revelation-Value-Monetary-Emergency/dp/B09V2HPMLN/

Alle drei Übersetzung wählen richtigerweise für den Autor den Namen Alfred Lansburgh und nicht das Pseudonym „Argentarius“, das zu viel Verwirrung geführt hat. 

Während Fischer am engsten am Original bleibt, ist die Übersetzung von Enders am freiesten. Stein weicht bei einzelnen Aspekten vom Originaltext ab. 

Stein und Fischer kommen aus dem BitCoin-Umfeld und die Übersetzung von Stein beginnt auch mit einer entsprechenden Einleitung. Enders kommt aus dem Umfeld der Goldanleger und der Österreichischen Schule, die sich allerdings schon zu dessen Lebzeiten mit Lansburgh schwergetan hat. 

Die Ausgabe von Enders ist sicherlich am aufwändigsten gestaltet, übernimmt aber leider einige der oberflächlichen Einordnungen und eigenwilligen Hervorhebungen aus der Vorlage von René Stareczek (basis Verlag, 2016).

Für eine wissenschaftliche Verwendung ist leider keine der drei Übersetzungen geeignet. Die Übersetzungen von Stein und Enders sind zu sehr durch die geldpolitischen Positionen der Übersetzer geprägt (das beginnt schon bei der Änderung des Titels) und die von Fischer ist erkennbar durch eine technische Übersetzungshilfe beeinflusst.

Aufsatz über Lansburgh im European Journal of the History of Economic Thought erschienen

Abstract:

Alfred Lansburgh was a leading publicist on money in Germany during the Weimar Republic. He developed a Token Theory of Money, a nominalistic monetary theory with an endogenous quantity of money but warns of the danger of misuse. Only therefore, he combines his understanding of money as a right—as a legal claim on goods and services—with a metallistic conception of gold money. Lansburgh was misunderstood during his time, and he remains so until today. He was often described as an “orthodox gold money theorist,” but he was a passionate “token money theorist,” with many similarities e.g. to Joseph Schumpeter.

Keywords: Lansburgh, Die Bank, Inflation, Token Theory of Money, Topic Modeling

JEL-Codes: B26, B31, N24

Postprint: The Version of Record of this manuscript has been published and is available in The European Journal of the History of Economic Thought 

Link to this article: https://doi.org/10.1080/09672567.2022.2063356

Lansburgh-Podcasts

In letzter Zeit sind eine ganze Reihe von Podcasts über Alfred Lansburgh erschienen:

Mises Karma: Lesung eines Briefes aus “Vom Gelde”

FINPOD: Hörbuch “Vom Gelde”

Michael Anton Fischer: Lesung “Vom Gelde” übersetzt

Einundzwanzig

https://einundzwanzig.space/podcast/interview-71-argentarius-das-wesen-des-geldes/

https://einundzwanzig.space/podcast/lesestunde-15-buchclub-argentarius-vom-gelde/

https://einundzwanzig.space/podcast/lesestunde-17-buchclub-argentarius-valuta/

https://einundzwanzig.space/podcast/lesestunde-20-buchclub-argentarius-wahrungsnot/

Zeit, Geld & Wirtschaft

https://podtail.com/de/podcast/zeit-geld-wirtschaft/debatte-2-argentarius-vom-gelde-mit-daniel/

Leider ist die Qualität der Diskussionen nicht immer angemessen.

“Die Kreditbank” von 1924

Neue im Menü “Texte von Alfred Lansburgh”:

„Die Kreditbank“ erschien 1924 in zwei Bänden und sollten das „Wesen und Wirken der Bank“ erklären. Lansburgh wollte erklären, „warum es Banken gibt, was sie aus der Wirtschaft machen.“ Sein Vorbild ist dabei Walter Bagehots „Lombardstreet” von 1873, dem er aus deutscher Perspektive die Betrachtung eins bank-basierten Finanzsystems gegenüberstellt. Die größte Aufmerksamkeit schenkt er dabei dem Thema der Liquidität.